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Endlich angekommen und sicher gelandet. Nach vielem hin und her und etlichen Umbuchungen, wegen angedrohtem und dann doch nicht durchgeführten Streik der Fluggesellschaft, sind nun endlich alle Teilnehmer angekommen. Gleich am zweiten Tag sind wir raus aufs Meer und haben Delfinschnocheln und Whalewatching gleich in einer Tour gemacht. Leider nur sehr kurze Begegnungen, aber dennoch viel Spaß gehabt. Auch die Pottwale waren uns gnädig und sind vor uns in der Tiefe verschwunden.

Am Nachmittag dann noch eine kleine Inselrundfahrt mit der ganzen Truppe. Nur das gemeinsame Abendessen hat gestern nicht so geklappt, da mit 14 Leuten kurzfristig einen Tisch in Horta zu bekommen ist nicht leicht. Aber heute werden wir dann den Abend gemeinsam verbringen.

Aber zu Erst geht es mal zum Haitauchen. Das Highlight der Reise. Blauhaie hautnah und ohne Käfig erleben. Dazu müssen wir weit hinaus aufs Meer. Mit einem Eimer voll mit Bait. Das sind Fischabflälle gut zerkleinert, praktisch zu einer Art Brei zermahlen in einem Kanister gefüllt. Dieser hat nur ganz kleine Löcher, um möglichst langsam die Duftstoffe ins Meer zu entlassen.

Dann heißt es warten. Warten …. warten. Manchmal ein, zwei Stunden. Gott sei Dank sind sich die Tauchbasen inzwischen grün, denn noch vor ein paar Jahren war das Warten einige Mal nicht von Erfolg gekrönt. Seit einiger Zeit jedoch, hat man festgestellt, wenn gleich mehrere Boote weit verteilt die Haie anlocken, dass sie fast immer Blauhaie anlocken können. Damit dann jeder Taucher diese eleganten Tiere vor die Maske bekommt, hat man sich darauf geeinigt, dass das nächstgelegene Tauchboot nach einer Stunde den oder die Haie einfach übernimmt.

Das heißt das Nachbar-Zodiac schleicht sich nahe an die Baitbox, wo die Haie sind und setzt ihre eigene. Die erste Gruppe Taucher verläßt dass Wasser und die zweite Gruppe kann übernehmen. Das funktioniert zu 90% und kann sogar noch mit Gruppe drei und möglicherweise vier so weitergehen. Somit ist die Erfolgsquote die letzten Jahre ehr höher geworden, obwohl nachweislich die Zahl der Blauhaie stetig abnimmt.

Haifinning

Leider wird noch immer kräftig gefinnt. Spanische Longliner sind im gesammten Nordatlantik unterwegs und so auch rund um die Azoren, um mit hunderten Kilometern Angelleinen Jagd auf die Haie zu machen. Jede Woche kommen die Haitrawler in den Hafen von Horta um die gefangenen Haie in Container umzuladen. Es ist unglaublich traurig und frustierend zu sehen, wie die Zukunft unserer Meere vor die Hunde geht und wir können kaum was dagegen machen. Der Haifang ist von der EU abgesegnet und die Lobby der Fischer deutlich stärker als die der Taucher und Umweltschützer. Allein in den letzten 20 Jahren sind 90% aller Blauhaie aus dem Nordatlantik verschwunden. Wenn wir nicht bald mit dem Finning der Haie aufhören, gibt es sie in Kürze nicht mehr.

Wir sind recht erfolgreich und haben bei jeder Ausfahrt Blauhaie vor der Linse. Nur das Glück auch einmal einen Makohai zu sehen, haben wir leider nicht. Noch vor Jahren gab es einige, doch auch diese verschwinden mehr und mehr.

Dafür haben wir Delfine im Übermaß. Egal wann wir unterwegs sind, stets begegnen uns ganze Schulen von ihnen. Ob Gewöhnliche Delfine, Atlantische Fleckendelfine, Große Tümmler, Rundkopfdelfine und Streifendelfine. Besonders die scheune Rundkopfdelfine – Risso-Dolphines (Grampus griseus) sind fantastische Tiere. Sie werden im Alter immer weißer und haben wie der Name sagt einen runden Kopf. Absolut sehenswerte, aber sehr scheue Tiere.

Besonders auf der Tour zur Princess Alice Bank. Die Untiefe ist ein Seeberg mitten im Atlantik, rund 42 Seemeilen (78 km) südwestlich der Azoreninseln Faial. Die Bank hat vulkanischen Ursprung und reicht bis auf ca. 34 Meter an die Oberfläche heran. Durch die Strömungen, die hier mit der Tide schnell wecheseln und mitunter sehr stark sein können, kommen auch große Fischschulen hierher. Bernsteinmakrelen, Barrakudas und vor allem die atlantischen Mobulas. Bis zu 100 Tiere wurden hier an guten Tagen gezählt. Eine gute Handvoll bis zwei Dutzend sind hier regelmäßig zu sehen. Allerdings heißt es diszipliniert an der Bojenleine zu verharren, wenn die Strömung mal wieder urplötzlich voll aufdreht.

Aber die Azoren sind natürlich viel mehr als nur Tauchen mit großen Tieren. Auch auf den Inseln gibt es unendlich viel zu entdecken. Eine Woche Aufenthalt ist eigentlich viel zu kurz, weshalb ich Jahr für Jahr wiederkomme und inzwischen Freunde gefunden habe.
Danke an Norberto Serpa und seine Familie, die Crew der Tauchbasis und all der anderen im Hafen von Faial, die ebenfalls Tauchbasen, kleine Shops, Whalewatching oder andere Aktivitiäten betreiben. Es ist einfach unglaublich schön zurückzukehren hierher und willkommen geheißen zu werden. Eine große Familie, die sich gerne erinnert an Menschen, die sie zu schätzen wissen und mit ihnen einmalige Erlebnisse haben.
Bis bald in Peters Café Sport auf einen Gin Tonic und ein Knoblauchbrot….. Euer Gerald mit Familie