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Über Nacht sind wir entlang der Küste von Südgeorgien weiter Richtung Süden gefahren. Am Morgen liegt die Plancius in der Bucht von Stromness. Hier liegt eine von mehr als einem halben Dutzend ehemaliger Walfangstationen der Insel. Viele Jahrzehnte wurden hier Wale, Robben und Delfine wegen ihres Blubbers, des Tran, gefangen und zu „Fischöl“ verarbeitet. Heute lebt die Region nur noch vom Tourismus, der immer stärker wird. Auch wir sind hier um die unglaubliche Zahl der Robben und Pinguine zu sehen.
Wie schon die Tage zuvor fahren wir Taucher getrennt vom Rest der Mitreisenden mit unseren Zodiacs zu einem Kelptauchgang. Wir sind nicht weit entfernt von Stromness, einer der verlassenden Walfangstationen, wo wir ideale Bedingungen vorfinden. Ein breiter Kelpstreifen zieht sich hier entlang des Ufers. Catherine überlässt uns, in welche Richtung wir tauchen wollen, da weder Wellen noch Strömung die Zodiacs verdriften. So tauche ich in der bewährten Dreiergruppe gemeinsam mit Ortwin und Peter ab. Nicht weit vom Boot treffen wir in weniger als zehn Metern Tiefe im Kelpwald auf einen Zugang zum Ufer, den wir nutzen, um zu den dort vorher gesehenen Robben zu gelangen. Die komplette Küste ist voll von jungen Robben, die sich hier in der Sonne aalen.

 

Der Grund steigt zum Ufer hin steil an und wir postieren uns in nur drei Metern Tiefe in einer Reihe, da uns bereits die ersten Seebären entdeckt haben und auf uns zuschießen. Immer wieder schwimmen sie um uns herum und sind mehr als interessiert, was diese unförmigen Blasenwesen wohl hier wollen. Bereits nach kurzer Zeit haben sich die Tiere an uns gewöhnt, da jeder an einer Stelle verweilt und so ruhig wie möglich atmet. Das Licht ist perfekt und kommt von schräg oben ins Bild. Die Robben spielen mit und schwimmen immer wieder von vorne auf uns zu. Perfekte Bilder entstehen und es fällt schwer, diesen Ort zu verlassen. Nach gut 45 Minuten hat jeder von uns Robben satt. Entweder in der Kamera oder im Kopf. Auf ein Zeichen von mir ziehen wir uns zurück durch den Kelp und tauchen auf. Die Begeisterung ist riesig, denn mehr kann man nicht erwarten. Robben so dicht vor der Kamera agieren zu erleben ist ein Geschenk der Natur.

Die Wassertemperatur hier in Südgeorgien hat noch knapp vier Grad plus, so ist noch jeder fit und wir fahren ans Ufer, wo wir auf unsere nicht-tauchenden Mitreisenden treffen. Den Wasserfall am Ende des Tals können wir leider nicht mehr besuchen, denn der Weg dorthin würde mehr als eine halbe Stunde betragen, aber die vielen Jungtiere am Ufer ergeben unzählige Motive. Auch die alte Walfangstation hat ihren Charme und beides zusammen ist eine perfekte Kulisse für ausdrucksstarke Fotos.
Am Nachmittag bringt uns unser Kapitän nach Grytviken. Der Ort liegt wieder weiter südlich, aber nur ein paar Stunden entfernt. Auch hier gibt es eine verfallene Walfangstation. Im Gegensatz zu Stromness leben hier aber immer noch Menschen. Nur ein paar Häuser, eine Kirche und ein Museum gibt es hier. Grytviken ist aber verbunden mit einem der bekanntesten Antarktisforscher. Sir Ernest Henry Shackleton. Der britische Polarforscher wurde durch eine spektakuläre Expedition bekannt, wo er Anfang des 20sten Jahrhunderts zuerst im Antarktischen Eis mit seinem Schiff eingeschlossen wurde und nach einer unglaublichen Segeltour in einem kleinen Boot aus der Ross-See bis an die Westküste Südgeorgien gesegelt war. Nach einem Gewaltmarsch quer über die Gletscher der Insel erreichte er und zwei weitere Männer Stromness. Von Grytviken brachen sie dann auf, um die verbliebenen Männer an der Westküste und auf Elephant Island, in der Ross-See zu retten. Keiner seiner Kameraden verlor sein Leben. Sir Ernest Henry Shackleton wurde zum Helden. Hier fand er nun seine letzte Ruhestätte.

Unglaublich beeindruckt und mit vollen Speicherkarten machen wir uns nun auf den Weg weiter Richtung Südspitze von Südgeorgien. Am nächsten Tag ist noch geplant in den Drygalski-Fjord zu fahren. Der längste aller Fjorde in Südgeorgien. Am Ende des Fjords liegt der Risting-Gletscher, der regelmäßig „kalbt“. Gerade als das Schiff den Gletscher erreicht, bricht ein riesiges Stück mit einem lauten Knall ab. Im Nu treiben hunderte große und kleinere Eisschollen im Wasser. Scheinbar werden dadurch viele Kleinstlebewesen aufgeschwemmt, da die Zahl der Seevögel sprunghaft zunimmt und das Wasser voll ist von ihnen.

 

Mit einem langen Signalton des Schiffshorns verlassen wir Südgeorgien und machen uns auf den Weg zu den Süd Orkney Islands und der Antarktis. Zwei Seetage liegen nun vor uns. Hoffentlich mit geringem Wellengang……

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